Baltischer Bernstein

amber018001Die Baltischen Bernsteinwälder versanken vor etwa 40 Millionen Jahren in Sümpfen. Durch Flüsse und Überschwemmungen wurde das leichte Bernstein-Material ausgespült und zur weiteren Fossilisation ins Meer gedriftet. Da lagerte es sich an unterschiedlichen Stellen ab. Große Mengen Bernstein wurden in eine Bucht transportiert, die sich von der Küste vor Kaliningrad bis westlich von Gdanzk erstreckt. Hier wurde das alternde Harz nach und nach von anderen Gesteinsschichten bedeckt. Das eingeschlossene Material entwässerte sich unter dem Druck und unter Luftabschluss. Mit der Zeit bildete sich so der Bernstein. Die größten Wanderungen unternahm der Bernstein wohl während der Eiszeit vor zwei Millionen Jahren. Die großen Eismassen hobelten, von Skandinavien aus kommend, den Ostseetrog aus und beförderten bernsteinhaltige Gesteinsmassen nach Mitteleuropa.

Der Baltische Bernstein (Succinit) ist vor 50 – 60 Millionen Jahren entstanden. Wo genau der ursprüngliche Bernsteinwald lag, ist unklar. amber018004Schließlich wurde das alternde Harz durch Flüsse abgeschwemmt. Heute findet man den Bernstein an den Küsten der Ost- und Nordsee sowie im angrenzenden Landesinnern. Damals erstreckte sich der sogenannte Bernsteinwald möglicherweise über Urskandinavien bis hin an den Ural im heutigen Russland. Der Verlauf der Küsten war damals jedoch anders als heute. Während das heutige Polen und Norwegen durch eine Küstenlinie verbunden waren, war die Gegend des heutigen Dänemarks, Südschwedens und Norddeutschlands von Wasser bedeckt. Die Ostsee selbst entstand erst bedeutend später. So ist zu erklären, warum der Baltische Bernstein auch an der heutigen Nordseeküste zu finden ist. Auch das Klima war damals bedeutend wärmer. Wie aus den Funden von Bernstein-Inklusen ersichtlich ist, belebten wärmeliebende Tiere und Pflanzen den Bernsteinwald. Gefunden wurden unter anderem Stücke von Palmen, Gekos und Termiten.