Eigenschaften

amber006004• Bernstein ist ein recht weiches Material. Seine Härte liegt nur wenig oberhalb der von Gips. Es ist möglich, mit einer Kupfermünze eine Furche in die Oberfläche des Bernsteins zu ritzen. So lässt sich das Material relativ leicht zu Schmuck verarbeiten.

• Bernstein ist ein warmer Stein. Er hat einen sehr hohen elektrischen Widerstand und eine sehr niedrige Dielektrizitätskonstante. In trockener Umgebung kann er leicht durch Reiben mit textilen Stoffen elektrostatisch aufgeladen werden. Dabei erhält Bernstein negative Ladung, das heißt, Bernstein nimmt Elektronen auf. Der Reibungspartner erhält dann eine positive Ladung durch Verlust von Elektronen. Diese Eigenschaft kann als Echtheitstest verwendet werden: Der aufgeladene Bernstein zieht kleine Papierschnipsel, Stofffasern oder Wollfussel an.

• Bernstein ist nur wenig dichter als Wasser. Wegen seiner geringen Dichte geht er in Süßwasser unter, schwimmt aber in stark salzigem Wasser. So verursacht der Salzgehalt des Wassers, dass Bernstein an der Oberfläche schwimmt und nach Stürmen an die Küsten geschwemmt wird. Dies amber006005passiert vor allem in den Wintermonaten. Dann ist die Dichte des Wassers an ihrem Höhepunkt, so dass sich der Bernstein vom Meeresgrund löst und schwimmt. Für den Konsumenten hat die niedrige Dichte den Vorteil, dass der Schmuck leicht ist, und Frau sich so mit großen Stücken einkleiden kann.

• Bernstein kann im Gegensatz zu Imitationen aus Kunstharz leicht angezündet werden und zeigt während des Brennens eine helle Flamme, die stark rußt. Dabei duftet er harzig-aromatisch. Nach dem Verbrennen bleibt eine schwarze, erhärtete Masse übrig. Der harzige Geruch entsteht, wenn Bestandteile des Steins, wie etwa die ätherischen Öle, verbrennen. Wegen des Geruchs wird er in einigen Kulturen, zum Beispiel in Indien, als Weihrauchersatz für religiöse Zwecke benutzt.

• Bernstein ist uraltes organisches Material. Anders als bei Versteinerungen fand beim Bernstein keine Umwandlung in kristallines Material statt. Der Bernstein, den wir heute in der Hand halten, ist die gleiche Substanz, die als Harz vor Jahrmillionen aus dem Baum austrat und dann erhärtete.

• Bernstein fasziniert die Menschheit seit tausenden von Jahren. Er wird aber nicht nur in der Kunst und für die Schmuckherstellung eingesetzt. Auch in der Medizin und in der Industrie findet er Verwendung. Zudem werden ihm magische Fähigkeiten nachgesagt.

• Rohbernsteins gibt es in verschiedenen Varianten: Schlauben amber006006entstanden, als Harz schubweise austrat und die vorherigen Harzablagerungen überdeckte. Zapfen entstanden aus Harztropfen, die vor dem Herunterfallen am eigenen Tropfenfaden erstarrten. Knochen nennt man eine Bernsteinsorte, die so viele mikroskopisch kleine Blasen einschließt, dass sie rahmweiß aussieht. Bastard wird eine Bernsteinsorte genannt, die von zahllosen Blasen derart getrübt ist, dass sie undurchsichtig und milchig wirkt. Es gibt den Bernstein in so ziemlich allen Größen, vom mikroskopisch kleinen Sandkorn bis hin zum Rekord-neun-Kilo Bernstein.

• Im erstarrten Harz des Bernsteins finden sich konservierte Lebensformen, die vor Millionen von Jahren auf der Erde gelebt haben. Doch diese Inklusenfunde sind selten. Nur etwa jedes 500. Bernsteinstück hat einen Einschluss. Inklusen können auch Wassertropfen oder Luftblasen sein.

• Der Wert eines Bernstein Stücks hängt vor allem von seiner Grösse ab. Daneben zählen auch noch die Reinheit, die Transparenz, die Seltenheit und die Farben.

• Kocht man Bernstein in Rapsöl, so wird er sanft und dehnbar.

• Es gibt keine Einschlüsse von Meereslebewesen im Bernstein. Die Inklusen lebten nämlich im Bernsteinwald. So handelt es sich bei den eingeschlossenen Lebewesen ausschließlich um Landbewohner und Süßwasserlebewesen. Im Meer landete der Bernsein erst viel später.

• Die chemische Zusammensetzung von Benstein ist sehr heterogen. Er besteht zu 61 – 81 Prozent aus Kohlenstoff, zu acht bis elf Prozent aus Wasserstoff und zu etwa 15 Prozent aus Sauerstoff. Manchmal beinhaltet er auch von 0.5 bis hin zu mehreren Prozent Schwefel. Zudem können noch mineralische Bestandteile und andere Elemente vorkommen.

• Trüber Bernstein kann wieder klar und durchsichtig „gekocht“ werden Ist der Bernstein trüb, so liegt das an viele kleinen Luftbläschen. Diese entweichen beim Kochen in beispielsweise Speiseöl.

• Bernstein ist ein lebendiger Stein. Er verwittert im Kontakt mit der Luft und durch UV-Einwirkung. Dabei verdunkeln sich die äußeren Schichten. Zuerst verdunkelt seine Oberfläche, dann verliert sie etwas an Transparenz. Bei längerer Aussetzung wird die Oberfläche rau. Danach können Risse entstehen. Zu seinem Schutz wurde er früher in Salzwasser aufbewahrt. Heute wird er meistens mit einem speziellen Wachs eingerieben.

• Viele Leute sehen Bernstein als ein Glücksbringer-Stein, der die positive Energie fördert. Man sagt ihm nach, er baue die elektrostatischen Felder um uns herum neu auf, die durch Computer und Mobiltelefone gestört sind.

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