Entstehung

Harz von verwundeten Bäumen ist der Ausgangsstoff für die Entstehung von Bernstein. Vor Jahrmillionen ist das Baumharz aus Wunden von Bernsteinkiefern und anderen Nadelhölzern ausgetreten. Das Harz füllte Wunden am Baum auf und erlaubte ihm, dank seiner desinfizierenden Eigenschaften, sich zu regenerieren. An der Luft wurde das Harz dann hart, und löste sich schließlich von den Bäumen. Gewaltige Mengen an hartem Harz wurden durch Wasser, Eis, Flüsse und Brandung in tiefe Sedimentschichten geschwemmt, wo sie von Sand, Staub und neu gebildeten Gesteinsschichten zugeschüttet wurden und über Millionen von Jahren unter Luftabschluss und Druck zu Bernstein wurden.
Alles ist aber von den Wissenschaftlern noch nicht aufgeklärt worden. So streiten sie sich weiterhin um die Frage, welcher Baum oder welche Bäume die ursprünglichen Harzlieferanten waren. Auch ist noch nicht geklärt, warum diese Bäume Harz in solchen Mengen produzierten. Das größte Stück Bernstein, das jemals gefunden wurde, wiegt etwas über neun Kilo.

Eine der Theorien besagt, die Bäume könnten von einer Art Pilz befallen gewesen sein. Eine andere sieht den Klimawandel als Verursacher. Eine dritte sieht eine von vulkanischer Asche verschmutzte Atmosphäre als „Schuldigen“. Möglicherweise bestanden die Wälder auch einfach viele Millionen Jahre, so dass sich riesige Mengen an Harz ansammelten.

Im erstarrten Harz des Bernsteins finden sich konservierte Lebensformen, die vor Millionen von Jahren auf der Erde gelebt haben. Doch diese Inklusenfunde sind selten. Nur etwa jedes 500. Bernsteinstück hat einen Einschluss. Zudem sind die meisten eingeschlossenen Tiere klein: zwischen einem und fünf Millimeter. Bei fast der Hälfte aller Funde handelt es sich um Fliegen und Mücken. Sie wurden vor Millionen von Jahren durch den duftenden Harz angezogen. Schließlich klebten sie fest, versuchten sich zu befreien und versanken tiefer im klebrigen und flüssigen Harz. Der nächste Harztropfen überdeckte das Tier, das dann für die nächsten Millionen Jahre erhalten blieb.

Bei vielen Inklusen handelt es sich nur um Fragmente der eingeschlossenen Lebewesen. Die häufigsten Funde neben Fliegen und Mücken sind Kleintiere und Insekten, wie Käfer, Libellen, Termiten, Heuschrecken, Krebstiere, Spinnen und Würmer. Vereinzelt werden auch Vogelfedern, Schnecken und Haare von Säugetieren gefunden. Sogar eine eingeschlossene Eidechse wurde entdeckt. Sie kann heute in einem Museum in Gdansk (Polen) besichtigt werden. Zum anderen gibt es eine Vielzahl von pflanzlichen Inklusen. Hierzu zählen Pilze, Blumenknospen, Moose und Flechten, aber auch Pflanzenteile, die von Lärchen, Fichten, Tannen, Palmen und Eichen stammen.