Verschiedenes

  • Heilkräfte / Medizinische Nutzung


Bernstein wird seit alter Zeit als Heilmittel eingesetzt. In der Esoterik gilt er bis heute als „Heil- und Schutzstein“. Er soll den Menschen ihre Ängste nehmen, neue Lebensfreude schenken. Bernstein fördert die Wundheilung, und einen positiven Gemütszustand. Der Stein soll Dämone, Hexen und Trolle vertreiben. Zudem sollen auf der Haut getragene Bernsteinamulette vor Fieber schützen. Ab dem 19. Jahrhundert cropped-amber020003.jpgwurde das aus Bernstein gewonnene Öl zum Einreiben bei Rheuma, Hautkrankheiten und Gelenkschmerzen verwendet. Auf der Haut getragener Bernsteinschmuck soll auch helfen. Zusätzlich glauben viele Mütter, Bernstein würde das Zahnen kleiner Kinder erleichtern. Doch sind Bernsteinketten, wie andere Halsketten auch, für Babys und Kleinkinder nicht geeignet. Der Stein bezieht seine Kraft aus den natürlichen ätherischen Ölen, und der Bernsteinsäure im alten Harz. Heute wird Bernstein in der Kosmetik vor allem zur Herstellung von Hautcremen verwendet.

  • Pflege


Bernstein sollte regelmäßig unter fließend warmem Wasser gespült und nicht in die Sonne gelegt werden, da er brüchig werden kann. Außerdemamber022003 sollte er vor Seife und Putzmitteln geschützt werden, da er durch den Kontakt mit diesen Stoffen zerstört wird. Matte, wenig glänzende, stumpfe oder ältere Bernsteine bekommen mit etwas Möbelwachs einen schönen Glanz.

Neuerdings gibt es selbst Bernstein-Produkte für Tiere. Ein Bernsteincollier soll Zecken und Flöhe von Ihrem Hund fernhalten. Dies sei bedingt durch die natürlichen, ätherischen Öle des alten Harzes. Wird das Collier aus Rohbernsteinen nämlich lange vom Hund getragen, so entfalte sich der harzige Geruch. Dieser soll von Zecken und Flöhen als abstoßend empfunden werden.

  • Bernsteinzimmer


Das legendäre Bernsteinzimmer war ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an Zar Peter den Großen im Jahr 1716. Im Austausch für den mit Bernstein verkleideter Raum erhielt der preußische König, der eine Vorliebe für hoch gewachsene Soldaten hatte, 248 große russische Männer für seine Leibgarde, die „Langen Kerls“. Fast zwei Jahrhunderte lang befand sich das Bernsteinzimmer im Zarenpalast Zarskoje Selo bei St. Petersburg.
Im Zweiten Weltkrieg kamen die Truppen der Wehrmacht bis vor die Türen der Stadt St. Petersburg. Den Zarenpalast erreichten sie. Die Kunstexperten der Armee demontierten das Bernsteinzimmer und schafften es 1941 nach Königsberg. Dort wurde es aufgebaut und der amber023001Öffentlichkeit vorgestellt. Ein paar Jahre später, 1944 verpackte man es wegen zu erwartender Kämpfe erneut in Kisten und lagerte es in den unteren, als bombensicher geltenden Kellern des Königsberger Schlosses. Ziel war es, das Bernsteinzimmer vor Ankunft der Roten Armee nach Deutschland zu verschicken. Es wurde nie wieder gesehen. Im August 1944 wurde Königsberg von britischen Bombern in Schutt und Asche gelegt. 1945 wurde Königsberg schließlich von der Roten Armee erobert. Das Schloss brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Diverse Schatzsucher versuchen bis heute, das Kunstwerk wiederzufinden. Doch nach fast 60 Jahren stehen die Chancen schlecht. Theorien und Spuren gibt es viele. Sollte das Bernsteinzimmer Königsberg vielleicht nie verlassen haben? Sollte es unzerstört irgendwo im unterirdischen Gewölbesystem des alten Schlosses lagern? Ging es irgendwo zwischen Königsberg und Berlin verloren? Ist es in einem verschollenen Bunker gelagert? In Zarskoje Selo gibt es seit 2003 eine originalgetreue Nachbildung zu sehen. Doch, wer weiß, …

  • Jurassic Park


Im Kinofilm „Jurassic Park“ (Stephen Spielberg) rekonstruieren Wissenschaftler lebende Dinosaurier und andere Ur-Lebewesen aus den genetischen Informationen vom Blut einer im Bernstein erhaltenen Stechmücke. Auch in der Realität haben Forscher nach DNA in Bernstein-inklusen gesucht. Sie haben sogar DNA-Bruchstücke gefunden … aber von Verunreinigungen wie Pilzen und Pollen. Von dem ursprünglichen Tier war nichts zu finden, nur noch die leere Hülse, die Außenwände der Inklusen. Der Grund ist, dass die eingeschlossenen organischen Teile im Zuge ihrer Verwesung zersetzt werden. Deshalb ist die Umgebung der Inklusen häufig milchig-trübe. Anschließend verdampft das in Gase aufgelöste Insekt regelrecht durch den Bernstein hindurch. Nur ein präzises, detailliertes 3D-Modell des vor Jahrmillionen eingeschlossenen Tieres bleibt zurück. Wissenschaftler nehmen an, dass die DNA an sich nach spätestens einer Million Jahre komplett zerfallen ist.

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